Feinstaub in Niederösterreich

March 3, 2010 1:24 PM, von Elisabeth Scheicher

Der kalte Winter brachte nicht nur seht tiefe Temperaturen sondern auch leicht erhöhte Feinstaubwerte.


Die erlaubte Anzahl der Grenzwertüberschreitungen beträgt  laut Immissionsschutzgesetz Luft seit 2010 nur mehr 25 Tage. Diese Grenze wurde in Niederösterreich mit 24 Tagen derzeit  noch nicht erreicht. Es ist aber davon auszugehen, dass im Laufe des Jahres dieser Grenzwert an einigen Stationen überschritten wird.
Die meisten Überschreitungen wurden in Hainburg und St.Pölten beobachtet, auch an der Station Klosterneuburg Verkehr und Zwentendorf war die Anzahl der Überschreitungen mit 23 relativ hoch.
Dazu ist zu bemerken, dass der Grenzwert für das Jahresmittel von 40 µg/m³ in NÖ seit Beginn der Messungen im Jahr 2001 noch  nie überschritten wurde.

 

Was führte nun zu diesen erhöhten Konzentrationen ?

Das kalte Winterwetter und der häufige Schneefall trugen wesentlich zum Anstieg der Belastungen bei. Am 27. Jänner 2010 wurden im Luftgütemessnetz Kälterekorde beobachtet - die tiefsten Temperaturen lagen bei -26,6 C in Ziersdorf. Gleichzeitig wurden während dieser Kälteperiode auch die höchsten Feinstaubimmissionen registriert. Einerseits liefen bedingt durch die Kälte natürlich alle Heizungen auf Hochtouren, andrerseits verhinderten Inversionen den Abtransport und die Verdünnung der Schadstoffe. Die feine Zermahlung des Streusplitts auf den Straßen und Wiederaufwirbelung trugen ein wenig später zur Feinstaubbilanz bei.
Weiters kommt hinzu, dass solche Kälteperioden meist mit südöstlichen Windströmungen verknüpft sind. In aufwändigen Studien konnte nachgewiesen werden, dass in solchen Situation auch sehr viel Feinstaub aus dem Ausland herantransportiert wird. In einigen Fällen kann der Anteil der importierten Belastung bis zu 50 % betragen.
Im Vergleich zum Vorjahr ist ein Anstieg der Belastungen bei den Überschreitungen des Tagesmittelmittels um ca. 60% und bei der mittleren Belastung um ca. 30% zu verzeichnen.
Die Anzahl der Tage mit Überschreitungen war im Vergleichszeitraum 2009 zwar geringer. Die Höhe der Konzentrationen dagegen teilweise deutlich höher – an 11 Stationen wurden Tagesmittelwerte beobachtet, die deutlich über 100 µg/m³ (!) lagen. Im Vergleich dazu wurden heuer nur an vier Stationen solch hohe Konzentrationen beobachtet.
Die Belastungen sind aufgrund der meteorologischen Situation wieder etwas höher als im Vorjahr, aber zum Glück nicht doppelt so hoch.


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